Mifa AG: Neue Energiezentrale

Das Herz eines Produktionsbetriebes ist die Energiezentrale. Wenn sie nicht funktioniert steht der Betrieb still. Kürzlich wurde in Frenkendorf die neue Energiezentrale in Betrieb genommen. Sie reduziert den Gasverbrauch und den CO2-Ausstoss des Werks um 60%, den Wasserverbrauch um 70% und den Stromverbrauch um 20%.

  • Aushub der Baugrube für das neue Gebäude und Montage des neuen fast 32 m hohen Kamins.

  • Im Hintergrund die Expansionsanlage und die Verteilerpumpen für das 110°C Heisswassernetz. Im Vordergrund die Wärmetauscher für die Abwärmerückgewinnung.

  • Dank den beiden hybriden Ammoniakverflüssiger auf dem Dach wird für die Kühlung nur im Sommer Wasser gebraucht. In der kalten Jahreszeit funktionieren sie trocken.

  • Die neuen Heisswasserkessel Melchior Jr. Und Kaspar Jr. mit je 2000 kW Leistung. Der linke wird nur mit Gas beheizt und hat zwei Economiser zur WRG, der rechte kann mit Gas und Öl betrieben werden und hat einen Economiser.

  • Die Kälteerzeugung mit den Ammoniakkompressoren. Rechts die 3 Kompressoren für die -29°C Kälte, Links die zwei für die Eiswasserproduktion mit 2°C. Links im Vordergrund die Wärmepumpe für die Wärmerückgewinnung.

  • Die neue Energiezentrale ist modular aufgebaut und kommt dank modernster Technik und integrierter Wärmerückgewinnung mit deutlich weniger Energieverbrauch aus.

Ohne Energie läuft in produzierenden Unternehmen gar nichts. Bei der Mifa AG gibt es deswegen eine eigene Energiezentrale. Dieter Reichenstein, Projektleiter im Engineering, erklärt die Bedeutung: "Die Energiezentrale ist das Herz des Werks, sie liefert die Wärmeenergie sowie das Kühlwasser und die Kühlmittel für die Produktionsprozesse im gesamten Werk. Wenn sie nicht funktioniert, können alle heimgehen."

Kasper und Melchior sind die Spitznamen für die beiden Dampferzeuger der alten Energiezentrale, die bis 2017 ihren Dienst verrichteten. Nicht nur diese liebevollen Namen sind bemerkenswert, sondern auch ihr Alter. Seit 1962 versorgten sie zuverlässig das gesamte Werk mit Wärme und Kälte. 55 Jahre treuer Dienst, auch das ist Nachhaltigkeit. "Die alten Ammoniakkompressoren sind das Beste, was damals gebaut worden ist.", schwärmt Reichenstein.

Nach 50 Jahren Dienst stiess die Anlage mit den zwei Dampferzeugern und sechs Ammoniakkompressoren an ihre Grenzen. Stefan Madörin, Leiter Technical Services, führt aus: "Durch das Alter stieg das Risiko von Ausfällen. Zudem wurde die Ersatzteilbeschaffung zunehmend schwieriger. Auch ökologisch sind wir heute viel weiter. Die alte Anlage verbrauchte zu viel Energie und Wasser. Der Neubau der Energiezentrale ist das grösste Einzelprojekt, seitdem die Mifa AG am Standort Frenkendorf ist. So etwas geschieht nicht täglich Darum bin ich stolz, bei dieser Investition mitzuarbeiten."

Ein Vorhaben dieser Grösse verursachte beachtlichen Planungsaufwand. Schon seit 2012 liefen die Vorbereitungen. Unterstützt wurde das Team der Mifa AG dabei von der MES - Migros Engineering Solutions, dem Migros-Kompetenzzentrum für effiziente Gesamtlösungen in den Bereichen Supply Chain- und Prozessmanagement, Technik, Umwelt und Energie. "Der Wissens- und Erfahrungsaustausch mit den Kollegen von der MES war sehr wertvoll für beide Seiten. Denn dieses Projekt war wie eine Bypass-Operation am offenen Herzen. Die Produktion musste weiterlaufen, während wir umbauen. Zudem wollten wir das Maximum an Umweltschutz herausholen", so Madörin."

Die neue Energiezentrale ist modular aufgebaut und kommt dank modernster Technik und integrierter Wärmerückgewinnung mit deutlich weniger Energieverbrauch aus. Sie kann zum Beispiel Kälte viel punktgenauer und bedarfsgerechter liefern. Wärme wird gepuffert, die Verlustwärme aus der Energiezentrale und den Herstellprozessen wird zurückgewonnen und per Wärmepumpen ins hauseigene Wärmenetz eingespeist. Parallel zum Projekt wurden sämtliche Herstellprozesse geändert. so dass sie mit niedrigeren Temperaturen funktionieren werden und dadurch weniger Wärmeenergie benötigen. Die ökologischen Vorteile sind insgesamt erheblich:

Aus diesen Gründen wird die Mifa AG von der staatlichen CO2-Abgabe befreit. Fredy Kühnis, Umweltbeauftragter der Mifa AG, ergänzt: "Wir helfen so bei der Erfüllung der M-Industrie-Nachhaltigkeitsstrategie und der Migros Klima- und Energiestrategie."

Ob die neue Anlage wieder 55 Jahre halten wird? Da möchte Dieter Reichenstein sich noch nicht festlegen: "Unsere neue Energiezentrale ist beste Schweizer Qualität, aber die Zeiten sind schnelllebiger geworden. Sicher ist schon jetzt: Die neue Anlage ist deutlich ressourcenschonender, das ist gut für die Umwelt und führt gleichzeitig zu einer entscheidenden Senkung der Betriebskosten. In diese neue Energiezentrale investieren wir etwa 11 Millionen Franken, und trotz dieser hohen Kosten amortisiert sich diese Investition in einer relativ kurzen Zeit, dies dank der hohen Effizienzgewinne."

Nachhaltigkeits-Fakten zur neuen Energiezentrale der Mifa AG:

  • Die Kosten der neuen Energiezentrale, die 2017 ans Netz geht, betragen circa 11 Millionen CHF.
  • Die wichtigsten Vorteile sind höhere Versorgungssicherheit, Wachstums-Reserven und grosse Effizienz-Gewinne, die besonders auch der Umwelt nützen.
  • Die neue Anlage reduziert den Gasverbrauch und CO2-Ausstoss um 60% sowie den Stromverbrauch und den Wasserverbrauch der Energiezentrale um 20% resp. 70%.
  • Die Mibelle Group trägt so auch zur Migros Klima- und Energiestrategie bei: Von 2010 bis 2020 soll sich insgesamt der Stromverbrauch um 10% und der CO2-Ausstoss um 20% reduzieren.
  • Die langfristige Vision der Dachgesellschaft M-Industrie wird ebenfalls unterstützt: Bis 2040 soll sich der Stromverbrauch der M-Industrie insgesamt um 25% reduzieren.

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