Weniger Abwasser durch Versickerung des Retentat-Wassers

Nach dem Prinzip „Vermeidung von Vermischung“ senkt die Mifa AG die Abwassermenge, indem sie die Industrieabwässer vom sogenannten Retentat trennt.

  • Die Umkehrosmose-Anlage (hier im Bild die Steuerung) entfernt Inhaltsstoffe wie z.B. Salze aus dem Wasser. So entstehen das aufbereitete Reinwasser für die Produktion (Osmosewasser, Permeat) und das restliche Wasser, in dem sich die Salze konzentrieren (Permeat).

  • Patrick Bechtel, Leiter Betriebstechnik, und Hans Peter Dietrich, Leiter Infrastruktur, warten die Module der Umkehrosmose-Anlage.

  • Entwicklung der Produktionsmenge im Verhältnis zum Wasserverbrauch und zur Abwassermenge seit 2003. Während die Produktion seitdem um über ein Drittel angestiegen ist, konnte die Abwassermenge um 28% verringert werden. (Beide Zahlen beziehen sich auf das Produktionsgewicht.)

Um Wasch- und Reinigungsmittel herzustellen, braucht man auch Wasser. Ein Teil davon findet sich dann in den fertigen Produkten wieder, zum Beispiel in Flüssigreinigern. Aber was passiert mit dem anderen Wasser?

Der Weg des Wassers in die Produktion beginnt mit dem Trinkwasser, das durch eigene Leitungen in das Mifa-Werk fliesst. Für den hohen Qualitäts-Standard der Produktion muss das Trinkwasser allerdings besonders aufbereitet werden. Zunächst wird über die Vorbehandlung im Ionentauscher das Wasser enthärtet. Der ökologische Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass keine Phosphat-haltigen Chemikalien zur Enthärtung eingesetzt werden müssen, die die Umwelt belasten. Anschliessend gelangt das Wasser in eine spezielle Umkehrosmose-Anlage, hier werden einige Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Salze aus dem Trinkwasser entfernt. Dabei entstehen zwei Arten von Wasser: Erstens das aufbereitete "Reinwasser, Osmosewasser" (Permeat), das jetzt für die Produktion genutzt werden kann. Und zweitens wird etwa ein Viertel des Trinkwassers zu sogenanntem Konzentrat oder Retentat. Es ist kein Abwasser, es ist sauber. Der Unterschied zum Reinwasser: Im Retentat sind die Stoffe gesammelt, die dem Reinwasser entzogen worden sind, es hat also zum Beispiel eine höhere Salzkonzentration und kann deswegen nicht weitergenutzt werden. Dennoch ist es nicht sinnvoll, das Retentat mit dem Industrie-Abwasser aus der Produktion zu vermischen.

"Bei der Mifa AG gilt das Prinzip 'Vermeidung von Vermischung'", erklärt René Gerber, Head of Operations & SCM. Das bedeutet: Das Retentat wird getrennt vom Industrie-Abwasser auf eine besondere Fläche auf dem Betriebsgelände geleitet. Dort darf es im Boden versickern und gelangt so wieder zurück in den natürlichen Wasserkreislauf. Der Nutzen liegt auf der Hand: Die Abwasser-Menge verringert sich, so werden die Kläranlagen entlastet und die Abwasser-Kosten gesenkt.



Die Versickerung des Retentats ist nur ein Beispiel für den bewussten und effizienten Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser am Standort Frenkendorf. Auch die Sensibilisierung aller Mitarbeiter ist Herrn Gerber ein besonderes Anliegen: "Allein ein tropfender Wasserhahn verschwendet pro Tag etwa 15 Liter, darum ist es wichtig, auch kleine Reparaturen schnell auszuführen. Damit alle mitmachen, veranstalten wir im Herbst einen Aktionstag zu diesem Thema. Dann können die Kollegen zum Beispiel vergünstigte Wassersparsets für ihre Wohnungen beziehen, die bis zu 50% Wasser einsparen."

So führen viele kleine Aktionen insgesamt zu messbaren Einsparungen, die in den nächsten Jahren weiter verstärkt werden sollen. Gerber erklärt: "Mit steigender Produktionsmenge steigt auch unser Frischwasserverbrauch, weil in vielen unserer Produkte Wasser enthalten ist. Aber seit 2003 konnten wir die Abwassermenge ungefähr konstant halten, trotz gestiegener hygienischer Anforderungen und obwohl unsere Produktionsmenge seitdem über 35% angestiegen ist, bezogen auf das Gewicht."

Nachhaltigkeits-Fakten zum effizienten Wassereinsatz der Mifa AG:

  • Das Industrieabwasser wird mit dem Retentat nicht vermischt: Das Industrieabwasser fliesst nach einer Vorbehandlung zur Kläranlage, das Retentat versickert auf dem Betriebsgelände.
    - 2014 versickerte Menge anstelle via Kläranlage: 3‘727 m3 (nur 4 Monate)
    - 2015 versickerte Menge anstelle via Kläranlage: 9‘440 m3 (12 Monate)
  • Für die Mitarbeiter der Mifa AG wird regelmässig ein Aktionstag zum Thema Wassersparen und effizientes Wirtschaften veranstaltet.
  • Seit 2003 hat die Mifa AG die Abwassermenge ungefähr konstant gehalten, obwohl seitdem die hygienischen Anforderungen gestiegen sind und die Produktionsmenge (Gewicht) über 35% angestiegen ist.
  • Die aktuelle Klima- und Energiestrategie der Mifa AG für den Zeitraum 2012-2020 schreibt vor, dass jedes Jahr der spezifische Wasserverbrauch um mindestens 1% reduziert werden muss.

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